Survival Tips für Anfänger in natürlicher Umgebung

Wer sich mit dem Thema Krisenvorsorge beschäftigt, kommt um das Survival Thema nicht rum.

Alles greift ineinander über und ist die logische Konsequenz der einzelnen Bereiche.

Wir in Mitteleuropa sind ja eigentlich komplett Versorgt mit allem was man so brauch. Wofür dann Survivaltechniken?

In vielen anderen Ländern sind das Grundkenntnisse um dort zu überleben (Wetter bedingt, gefährliche Tiere usw.) Doch auch hier kann man schnell in eine gefährliche Situation geraten.

Survival ist nicht: Wenn kein Internet zu Verfügung steht! (Ok … für einige schon 😉 )

Ein paar Beispiele:

  1. Winterspaziergang im Wald, tolles Wetter, klarer Himmel und Sonnenschein.

Nach 2 Stunden wisst Ihr nicht mehr wo Ihr seid, weil Ihr mal einen anderen Weg gegangen seid.

Es wird langsam dunkel und kälter. Handynetz leider nicht verfügbar.

Bingo: Survival Situation

        2. Ihr fahrt mit dem Auto nachts nach Hause,

ein Wildschwein rennt vor euer Auto, Ihr versucht auszuweichen und landet kopfüber im Graben.

Der Gurt lässt sich nicht lösen da auf Spannung. Schwindelgefühl kommt auf (Kopf nach unten)

Bingo: Survival Situation.

Ihr könnt euch gerne weitere Situationen ausdenken, oder nehmt die beiden und spielt sie in Gedanken durch. Was würdet Ihr machen, könnt Ihr euch oder auch anderen helfen?

Also wie gesagt, man muss nicht unbedingt in fernen Ländern sein um in solche Situationen zu kommen!

Die Lösung zum Beispiel Nr1:

Nehmt immer eine Tasche oder Rucksack mit ein paar Kleinigkeiten mit.

Etwas zu trinken und zu essen, ein kleines Medi Kit mit Pflastern einer Rettungsdecke usw. , etwas um ein wärmendes Feuer zu machen, Feuerzeug, oder einen Feuerstahl (Mischmetallstab). Zunder (leicht entzündliches Material) findet man fast überall, oder nehmt gleich ein wenig mit.

Eine Taschenlampe mit vielen Stunden min. 8 Stunden) Leuchtdauer.

Damit habt Ihr schonmal etwas gegen Durst, Hunger, Unterkühlung getan, und im Dunkeln könnt ihr noch was sehen.

Die Lösung zum Beispiel Nr2:

Habt vorne im Fahrzeug griffbereit und fest montiert einen Notfallhammer mit Gurtschneider.

Somit könnt Ihr euch rasch selbst aus dieser Lage befreien. Ich habe oft gesehen das so etwas gar nicht vorhanden ist, oder im Kofferraum liegt.

So kommen wir mal zu ein paar Tips:

Feuer machen! (beachtet die gesetzlichen Vorschriften wenn Ihr Feuer machen wollt, in Deutschland ist es fast überall Verboten im Wald Feuer zu machen!)

Thema natürlicher Zunder

Zunder benötigt man um ein Feuer zu entzünden, und besteht oftmals aus kleinen trockenen Spänen die man mit einem Messer aus einem Stück trockenen Holz machen kann (feine Locken) .

Wenn kein trockenes Holz zu finden ist, kann man auch feuchtes / nasses Holz verwenden welches man dann aber spalten müsste um an das trockene Kernholz zu kommen.

Dies kann man mit einem Beil /Axt machen, oder man nimmt sein robustes Messer. Diese Technik nennt man batonen.

Grundsätzlich sollte man eben möglichst trockenes Material verwenden, denn man möchte ja ein Feuer entzünden.

Ein sehr guter Zunder ist Birkenrinde! Bitte nicht von lebenden Bäumen etwas nutzen, sondern immer von Tod Holz oder gefällten Bäumen!

In einer echten Survival Situation kann man natürlich nicht lange suchen.

Aber um zu üben bitte nur Tod Holz verwenden.

Birkenrinde lässt sich relativ einfach mit einem Messer lösen, man schneidet einfach z.B. ein Quadrat und kann dann mit der Klinge das geschnittene Material abschälen / abziehen.

Nun hat man ein Stück Birkenrinde welches mit dem Messer aufgerauht werden kann.

Diese sehr feinen Späne lassen sich nun leicht mit einem Feuerstahl entzünden, sogar wenn die Rinde feucht ist.

Ein weiterer super Zunder ist Kienspan, Kienspäne wurden früher im Bergbau als Licht verwendet, die Arbeiter haben einen Kienspan in den Mund genommen und angezündet, so hatten sie ein relativ lang brennendes Licht. Dies würde ich heute nicht mehr machen, da einige Problem mit den Zähnen bekamen.

Wo findet Ihr Kienspan? Kienspan ist mit Baumharz angereichertes Holz der Kiefer, dies entsteht durch Verletzungen des Baumes. Der Baum versucht seine „Wunden“ mit Harz zu verschließen und reichert die verwundetet Stelle mit dem Harz an.

Der beste Kienspan lässt sich im Wurzelbereich der Kiefer finden die vor langer Zeit gefällt wurde, und die Wurzel schon mit Moos bewachsen ist. Nicht bei allen Wurzeln hat sich da Harz angereichert, da muss man schon etwas suchen. Viel einfacher ist es, an abgestorbenen Ästen der Kiefer direkt am Stamm eines gefällten Baumes zu schauen. Auch dort reichert sich das Harz an, zwar in kleineren Mengen, aber für ein Feuer reicht es.

Woran erkennt Ihr nun den Kienspan? Es riecht nach Terpentin, hat meist eine Orange bis Tiefrote Farbe. Wenn es brennt ist tiefschwarzer Rauch erkennbar.

Von diesem Kienspan werden mit dem Messer wieder kleine Späne abgeschabt, am besten mit dem Messerrücken. Diese lassen sich sehr leicht entzünden.

Auch Harz selbst, welches man am besten an Nadelbäumen findet lässt sich gut verwenden, aber natürlich nicht das an der Baumwunde selbst entfernen! Oftmals läuft es in Tropfenform den Stamm hinunter welches man dort ohne Problem entfernen kann.

Natürlich lässt sich auch anderes trockenes Material als Zunder verwenden, darauf achten, das es immer sehr fein ist.

Ein weiterer natürlicher Zunder ist der Zunderschwamm, ein Baum Pilz der aber aufbereitet werden sollte. In einer Survival Situation denke ich eher nicht so geeignet.

Selbst gemachter Zunder!

Wenn man sich etwas vorbereitet (mit einem kleinen Survival Kit was man dabei hat) kann man sich vorher auch Zunder selbst herstellen.

Das einfachste ist wohl Baumwoll Wattepads die zum Schminken genutzt werden mit geschmolzenem Kerzenwachs oder Vaseline zu tränken. Vaseline ist einfacher da Ihr kein geschmolzenes Wachs braucht.

Wenn Ihr sie benutzen wollt, einfach etwas auseinander zupfen und dann mit ein paar Funken entzünden.

Schnell und leicht herzustellen.

Auch Tampons sind dafür super geeignet!

Char Cloth, dies ist im Prinzip verkohlter Baumwollstoff. Es lässt sich in einer Blechdose mit einem kleinen Loch in der Mitte herstellen. Man legt ein paar Fetzen von dem Stoff in die Dose und legt diese in ein Feuer, nach einer Zeit steigt rauch aus der Öffnung. Wenn kein Rauch mehr austritt sollte es fertig sein. Diesen verkohlten Stoff kann man dann sehr leicht mit einem Funken entzünden. Natürlich benötigt man dann weiteres trockenes Material, da der Stoff nur glüht. Mit pusten kann man dann das andere Material entzünden, was aber alles etwas Übung brauch.

Bei allen Varianten sollte natürlich vorher auch Brennmaterial vorhanden sein, manche vergessen das. Also Holz sammeln, und von fein bis grob nutzen.

Vielleicht habt Ihr nur eine Chance mittels Zunder ein Feuer zu machen.

Nachdem Ihr nun mit einem wärmenden Feuer die Nacht überlebt habt, solltet Ihr auf eure Notsituation aufmerksam machen.

Vielleicht könnt Ihr nirgendwo hingehen weil Ihr euch verletzt habt. Also müsst Ihr versuchen Hilfe zu bekommen. Laut rufen ist eine Möglichkeit aber sehr Kraftraubend, besser eine Signalpfeife nutzen.

Auch ein Spiegel oder stark reflektierende Dinge können hilfreich sein. Ein stark qualmendes Feuer usw.

Außer Wärme gibt es weitere relevante Punkte an die man denken muss.

Trinkwasser ist elementar und Lebenswichtig!

Anhand der 3er Regel (3 Minuten ohne Luft, 3 Stunden bei extremer Kälte, 3 Tage ohne Wasser, 3 Wochen ohne Nahrung ist man Tod.) was je nach Situation und Personen abhängig ist, kann man anhand dieser Theorie sehen das man nach 3 Tagen ohne Trinkwasser Tod sein soll.

Ich denke bei 50Grad in der Wüste wird es schneller gehen, kann bei optimalen Bedingungen aber auch einige Zeit länger dauern, z.B. in anderen Regionen.

Fakt ist aber, das Trinkwasser absolute Priorität bei der Versorgung haben sollte.

Was mache ich nun wenn mein Wasser leer ist oder ich gar keines dabei habe?

Optimal wäre wenn Ihr auf euer Survival Kit zurückgreifen könnt, darin befindet sich natürlich ein Wasserfilter und auch Entkeimungstabletten. Ihr seht wie wichtig so ein zusammengestelltes Kit ist.

Wenn vorhanden dann braucht Ihr nur noch eine möglichst saubere Wasserquelle, am besten ein kleiner sauberer Bach, optimal möglichst immer Quellnah.